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Erster Tag

Ostmigranten

Mit der Bemerkung zeigt Lukas den zwei Frauen auf einem Zettel, was sie verdienen bei ihm. Elena nickt eifrig. Regina kann es kaum fassen. Das versucht sie zu verbergen.

„Dein Lohn ist bedeutend höher als der von Elena. Ihr Job nimmt fast den ganzen Tag in Anspruch.“

Regina nickt.

„Zwei Schichten kommen locker zusammen.“

„Sie bekommen trotzdem zwei Tage frei. Ich glaube, das brauchen sie bei der Belastung.“

Lukas wirkt, als würde ihm Regina viel bedeuten. Regina ist schön. Zu schön für Lukas. Lukas trinkt zu viel in den gemütlichen Runden mit seinen Kollegen.

Beide bestehen darauf, zusammen ein Zimmer zu belegen. Es ist eher die Vorsicht, die zu dem Wunsch führt. Lukas begrüßt den Wunsch. Er ist sich bewusst, die Zwei haben etwa den gleichen Tagesrhythmus. Die zwei Frauen bekommen ein Zimmer im Hotel. Das Personal wohnt in einem anderen Haus.

„Können meine Eltern heute hier bleiben?“,fragt Regina. „Wir sind einen sehr weiten Weg gefahren.“

Lukas begrüßt die Eltern besonders freundlich.

„Bleiben sie ruhig eine Woche bei mir. Dann können sie den Betrieb und unsere Mitarbeiter kennen lernen.“

Maria hat sich darauf vorbereitet. Sie hat extra Wechselwäsche und die Feiertagskleidung eingepackt. Victor wollte das so. Er sprach von einer großen Entfernung. Die beiden Eltern belegen das Nachbarzimmer der zwei Frauen.

Lukas verabschiedet sich nach der Vorstellung.

„Ich habe heute unser Schützenbundtreffen in Zell.“

Beim Wort – Schützenbund, quälen Papa Victor ein paar Erinnerungen. Er schweigt lieber darüber.

„Sie sprechen sehr gut Deutsch“, gibt Lukas ein Kompliment zu Victor. Der bedankt sich.

„Etwas zu Essen und zu Trinken, bekommen sie in der Küche bei Roman. Sie sind unsere Gäste.“

Papa Victor hat sehr oft mit Deutschen verhandelt. Vor allem in Bezug zu seinem Produkt – Tabak.

Auf dem Zimmer ruft Regina sofort Andrei an. Andrei ist der Sohn vom Nachbarn. Tamara, seine Schwester antwortet.

„In Zell seid ihr? Wir sind in St. Johann. Andrei arbeitet noch. Galina grüßt dich. Gefällt es euch?“

„Bis jetzt sind wir positiv überrascht.“

Sie halten das Gespräch recht kurz und verabreden sich. Victor hat ihnen etwas mitgebracht von ihren Eltern.

Der erste Tag

Victor steht als Erster auf. Er ist das von seinen Tieren gewohnt. Nach der Morgentoilette begibt er sich in das Foyer des Hotels. Er begrüßt drei Frauen. Die putzen das Foyer, die Toiletten und den Eingangsbereich. Regina folgt ihm. Kurz darauf, Maria. Maria möchte sich in der Küche umsehen. Das wird ihre zukünftige Arbeit. Auch das Frühstück der Gäste.

Die Küche ist geöffnet. Ein Koch arbeitet bereits. Jaka ist sein Name.

„Bist du die neue Küchenhilfe?“

„Ja. Elena mein Name. Das ist meine Freundin Regina. Sie ist die Pflegekraft der Familie.“

„Von wo kommt ihr?“

„Aus Moldawien.“

„Glückwunsch. Das liegt ja gleich in der Nachbarschaft. Ist er dein Papa?“

Jaka zeigt gerade mit einer Salami auf Papa Victor.

„Ich bin Reginas Vater. Guten Morgen. Ich suche etwas zum Frühstück für uns.“

„Da bist du bei mir richtig. Ich mache dir auch gleich das Frühstück für die Familie mit fertig“, sagt er speziell zu Regina. „Ich zeige dir, wo die Familie geschlossen frühstückt.“

Victor scheint sich sofort wohl zu fühlen.

„Das ist ja eine riesige Auswahl.“

„Ich schneide euch mal eine schöne Platte auf.“

„Spasiba“, sagt Victor auf Russisch.

„Pochalista“, antwortet Jaka.

Regina spürt, hier findet sie Freunde und auch Landsleute. Sie schöpft Hoffnung.


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