
„Dein Beruf ist mir zu gefährlich.“
„Im vergangenem Jahr sind bei Sabotagen in der SBZ tausende Bauern und Arbeiter gestorben. Ich rede jetzt nicht von der Ostfront.“
„Das habe ich nicht gewusst.“
„Wir melden das zwar in der Zeitung. Aber Keiner rechnet das wirklich zusammen. Außer KVP und SMAD. Vielleicht ein paar Journalisten.“
Sergei muss Friedhelm leider zustimmen. Dennoch mit ein paar Einschränkungen. „Unsere Stärke liegt im Kollektiv und der zentralen Führung.“
Friedhelm muss ihm Recht geben. Wobei im Kollektiv auch gern die Verantwortung still weiter delegiert wird. Das bemerkte er schließlich bei seinen Mannen.
Georg soll das zivile Schutzprogramm leiten. Er wird mit der Aufgabe vertraut. Parteiauftrag. Brigitte, seine Frau, soll das in ihren Kreisen organisieren.
“Horch und Guck“ wird der Auftrag genannt. Beobachten und melden. Es geht immerhin um das Volksvermögen. Die Mobilisierung wird in der gesamten Partei aktiviert. Als Ergebnis wurden die Kampfgruppen der Arbeiter und Bauern gegründet. Wegen der zentralen Führung und Vernetzung.
„Was des Volkes Hände schaffen, ist des Volkes Eigentum“, war die Parole.
Die Parole wird in der Bevölkerung gut angenommen. Vor allem wird die Parole mit Leben erfüllt und umgesetzt. Keiner lässt sich freiwillig bestehlen. Die laufenden Kontrollen finden nicht mittels Streifen und peinlichen Kontrollen statt. Die Arbeiter und Bauern lernen fleißig und aufmerksam das Beobachten. Das ist der Teil der Verantwortung für den volkseigenen Besitz. Tausende Schulungen müssen organisiert werden. In den Kollektiven und deren Versammlungen.
Die ersten Erfolge stellen sich ein. Es gibt drei Verhaftungen bei Friedhelm. In den Werkstätten. Hinter seinem Rücken wird fleißig diskutiert. Geschieht Recht oder nicht? Wer ist schuldig und wer nicht? Eine Spur von Helmut wird sichtbar. Seine Bewegungen folgen einem Muster. Wie ein Kalender. Sein Foto samt Zeichnung zieht ein in die Fahndungslisten. Wenn er nicht flüchtet, sitzt er bereits jetzt fest. Hat er Zuträger? Zuträger, die ihn warnen. Bewusst oder unbewusst? Friedhelm meint, seinen Freundeskreis zu kennen. Den meldet er bei Georg ein. In der Hoffnung, Georg geht das Ganze diskret an. Georg macht das etwas raffinierter. Er setzt die Frauen der Genossen und die Genossinnen an. Die haben in aller Regel – so und so, eine offene Rechnung mit den Faschisten.
Helmut übernachtet bei einem Bauern. Fast in Nachbarschaft zu Marion. Friedhelm bemerkte das nicht. Er ist ja nie zu Hause. Marion bemerkt es auch nicht. Ihr geht es wie Friedhelm. Im Kollektiv wird das zu einem Gesprächsstoff. So erfährt es Wolfgang. Jetzt redet man auch bei den Bergmännern darüber. Schon erfährt es Sergei. Komisch. Direkt hat es Sergei niemand gesagt. Das bemängelt Sergei bei den Genossen. Georg bestätigt das. Brigitte auch.
„Genosse Sergei; jetzt weißt du, welchen Stand wir haben. Wir arbeiten daran.“
„Was gedenkst du zu tun?“
„Wir schicken Bernhard auf Streife zu den Bauern.“
„Wer ist Bernhard?“
„Bernhard ist der Hauptmann der Kampfgruppen.“
„Wie wollt ihr das begründen?“
„Die Kampfgruppen legen diverse Lager und Reserven an. Die müssen regelmäßig kontrolliert werden.“
korr010526

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