
In der Boxerhütte werden die Erkenntnisse diskutiert. Das Vorgehen muss abgestimmt werden. Marco und Werner von der Ortspolizei sind dabei. Zunächst müssen sie erfahren, wer hinter der Firma Hasenflink steht. Keiner glaubt wirklich daran, von Deutschland den Firmeneigentümer zu erfahren. Sie müssen hier nachfragen, wer die Filiale in Südtirol oder Italien angemeldet hat.
Die Nachfrage ergab das Ergebnis, von Hauen hat die Firma angemeldet. Als GmbH. Drei andere Personen sind aufgezählt. Tobias, Rainer und Angela sind Mitgründer. Die Anteile sind klar festgelegt.
„Die haben sich von Von Hauen mit einem Trinkgeld abfertigen lassen“, lacht Toni. „Blöder geht es nicht.“
Alle lachen.
Eigentlich sind für die Verfahren viele Beweise gesichert. Jetzt fehlt die Entschädigung. Den Alten nützt die Entschädigung wenig. Eigentlich geht es um das Geld, das den Kindern und Enkeln gestohlen wurde. Und um die Wertsachen, die sie normalerweise als ihre Erbschaft erwarten würden. Die Wenigsten haben vor, die Erbschaft zum jetzigen Zeitpunkt in Bares umzuwandeln. Sie wollen das eher für ihre Kinder aufsparen. Auch oft in Gedanken an ihre Leistung.
„An Beweisen fehlt jetzt nur noch der Großteil der gestohlenen Sachen“, sagt Marco. „Der Aufwand, die zu finden, ist enorm!“
„Ich denke,es fehlen noch gewisse Mitstreiter und Kumpane“, antwortet Toni. Toni glaubt, die unter den Händlern zu finden. Online. Er konnte Marco überzeugen. Er hat unter den Händlern gewisse Gemeinsamkeiten gefunden. Die lassen den Schluss zu, es mit Wenigen zu tun zu haben, die unter mehreren Namen verkaufen.
Marco verspricht mit Daniel, sich darum zu kümmern. Tatsächlich haben die Zwei bereits Spuren ausfindig gemacht. Die führen sie bereits in andere Seniorenheime. Marco ordnet keine Prüfungen an. Das würde die Täter aufschrecken.
Angesichts des Schadens, der allein in diesen zwei Heimen aufscheint, rechnet Marco mit einem grausigen Großbetrug. Die Aufklärung muss schrittweise erfolgen. Das gesamte System würde sonst Schaden nehmen.
Monika schlägt einen anderen Weg vor. Die Senioren und ihre Angehörigen müssen direkt handeln. Am besten, im Landtag selbst.
„Das System muss frei von Betrug werden. Spenden an die Heime selbst, werden verboten. Die staatlichen Zuwendungen werden pro Kopf und Einkommen geregelt. Die privaten Heime erhalten keine Zuwendungen mehr. Dort wurde das Meiste gestohlen. Nicht etwa von den Bedürftigen. Nein. Fast wie bei allen Subventionen und Zuschüssen. Die wurden grundsätzlich von den Kriminellen und ihren Kumpanen gestohlen, die sie lauthals ausreichen ließen. Selbstbedienung. Die geben sich sogar großzügig Lohnerhöhungen, wenn Jene, für diese regieren, massenhaft sterben. Als Erfolgsprämie. Das reicht eigentlich, um den ganzen Clan, der von dem Raubgut lebt, wegen organisierte Mord und dem Nießbrauch abzurechnen. Wir reden von Verbrechen.“
Die lange Rede hat sämtliche Zuhörer schwer beeindruckt.
„Wir müssen den Landtag besetzen, um dieses Schandmal zu beenden“, sagt Paul.
Die Besetzung
des
Landtages
Bei der Planung der Besetzung des Landtages sieht Keiner wirklich Probleme im Ablauf. Zumal sich ihnen Marco mit seinen Mannen und die Polizisten des Ulten angeschlossen haben. Nicht endlos und bedingungslos. Polizisten sind zwar wie Angestellte des Landes, kaum von den Rentendiebstahl betroffen. Außer im Gloria. Dort sind ihre Eltern. Aber, sie wollen ein Zeichen setzen und teilweise rabiate Zugriffe der Kollegen verhindern.
Der Ablauf steht fest. Man reist in kleinen Gruppen, per Auto, Bus und Bahn an. Manche lassen sich von ihren Kindern fahren. Das ist zwar schwierig. In Bozen ist es kaum möglich, einen Mitfahrer aussteigen zu lassen ohne in endlosen Hupkonzerten zu landen. Auf den rechten Spuren verkehren zudem die Zweiradfahrer. Ein kurzfristig haltendes Auto kann dort leicht einen Auffahrunfall verursachen. An den Straßenrändern ist viel zu wenig Platz. Die sind alle restlos zu geparkt. Tiefgaragen und freie Parkplätze sind viel zu teuer für Arbeiter. Selbst Touristen meiden diese Parkplätze, die sogar vor dem Krankenhaus erhebliche Gebühren verursachen können. Man scheut sich auch nicht, Kranke, Alte, Tote und deren Besucher zur Kasse zu zwingen. Not ist ein gutes Geschäft. Nur leider kriminell. Genau so kriminell, wie für Krankenbesucher reservierte Parkplätze zum touristischen Einkaufsbummel zu nutzen. In der Beziehung führen die Deutschen. Auch in Meran.
Marcos Leute durchsuchten im Altenheim St. Klausen, der Weißen Tulpe, den Abfall. Nicht irgend einen Abfall. Den Sondermüll. Sie spekulierten auf die Reste der Impfung. Besonders interessierten sie sich für die Spritzen und Einwegspritzen. Marco gab das als Befehl aus. Diese Abfälle wollte er im Labor besonders untersuchen lassen. Mittels der Impfnummern, wollte er die Rückstände finden. Er braucht Beweise. Seine Kollegen wurden fündig. Diese Mitteilung erreichte ihn telefonisch. Gerade, als sie sich dem Landtag näherten. Zusammen mit Paul und seiner Begleitung Erna.
„Ich übergebe euch meinen Kollegen. Die begleiten euch in den Landtag zu den Anderen. Ich habe wahrscheinlich einen Volltreffer bei unseren Ermittlungen gelandet. Ihr müsst mich entschuldigen.“
„Wenn es spannend wird, verdrücken sich die Granden“, sagt Erna zu Paul.
Erna ahnt nicht annähernd, wie hilfreich Marco in dem Moment ist.
Korr0301262255

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