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Seniorenrevolution

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Agate scheint mit Ausreden nicht mehr weg zu kommen. Rolf hat sie praktisch in der Zwickmühle. Wenn der sich auf dem Amt meldet, bekommt Agate keine weiteren Angebote mehr.

„Du kannst mich auch normal Tarif arbeiten lassen. Ich koche das Essen vor. Die Helfer oder die Schwestern teilen es aus. Das geht sogar frisch aus dem Topf am Tisch von einem Servierwagen aus. Sogar nach Wunsch.“

Offensichtlich muss man nur das Gehirn anstrengen. Aber das ist in gewissen Positionen nicht besonders populär. Dort scheint Denken – Mangelware zu sein. Lernen ganz besonders.

Rolf muss lachen.

„So machen wir das“, unterbricht Agate die wortlose Pause.

„Wie nun? Mit dem Wagen oder mit Vorbereiten. Der Wagen wäre besser. Das spart Wege und Personal.“

„Benötigen wir dazu noch Ausrüstungen?“

„Nein. Alles ist vorhanden.“

Agate muss nachgeben. Das ist ihr nicht besonders lieb. Sie hätte es lieber etwas dominanter. Per Befehl und Anordnung. Um die Position zu wahren.

„Mit dem Lohn muss ich trotzdem noch verhandeln. Ich sage dem Lohn trotzdem zu. Abgemacht!“

„Was muss dabei verhandelt werden?“

„Es geht um die Lohnstufe. Koch, Chefkoch oder Alleinkoch. Es gibt verschiedene Tarife.“

„Naja. Wir haben siebzig Bewohner mit drei oder vier Mahlzeiten pro Tag. Das reicht schon für einen Chefkoch.“

„Alles klar. Danke für die Erklärung. Ich weiß jetzt, was ich vortragen muss.“

Agate spricht das mit dem Vorstand ab. Rolf arbeitet Normalschicht im Tarif. Von den Hilfen muss eine Kollegin die Essensausgabe abends übernehmen. Rolf soll sie mittags etwas anleiten.

Rolf ist froh mit dem Vertrag. Er könnte in der Not, abends noch in Meran arbeiten.

Rolf kocht drei Tage die feinste Küche. Die Alten rühren das Essen nicht an. Agate entlässt Rolf während der Probezeit. Rolf wird von Klaus und Luis abgefangen.

„Arbeite mit uns“, lockt Klaus. Luis auch.

„Wir kochen Essen und liefern es aus.“

Rolf ist heilfroh. Er unterschreibt. Den fast gleichen Vertrag wie im Seniorenheim bei Agate.

Agate ist jetzt auch das Essen außer Haus los. Sie kann das nicht bekochen. Die Senioren zu Hause bekommen schon lange das Essen von Luis und Klaus. Preiswerter sogar.

Jetzt bemerkt das die Gemeinde. Sogar im Landtag wird darüber gesprochen. Nebenbei. Man hat dort andere Probleme. Wie hoch fällt die Jahresprämie für die Abgeordneten aus? Die haben sich ja bei der Krisenbewältigung sehr engagiert. Über ihre verfügbaren Kräfte hinaus.

Dazu wollen die ihre Rente als geschätzten Vorschuss. Die Senioren schütteln geschlossen mit dem Kopf. Fast im Rhythmus.

„Das sind unsere Angestellten. Die klauen uns die Taschen leer.“

korr2910250803


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