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Peter vergiftet

Im Ort reden die Leute von schlechtem Essen“, sagt Klaus. „Manche vermuten, Peter wäre daran gestorben.“

„Andere sagen, er wäre misshandelt worden“, sagt Erna.

„Vielleicht ist ihm schlecht geworden?“, entgegnet Klaus. „Ich habe das schon erlebt bei mir.“

„Von deinem Essen?“, fragt Frieda und lacht.

Alle lachen mit. Wohl in dem Wissen, bei Klaus schmeckt es am besten.

Nein. Es war Eis. Seit dem, verkaufe ich keins mehr. Die Opfer wurden aber ins Krankenhaus gebracht und deren Proben untersucht.“

„Das müssten wir Agate sagen“, antwortet Erna.

Gesagt. Getan. Erna schlägt das Agate vor.

„Das tun die automatisch“, antwortet Agate. Sie sitzt gerade mit Monika zusammen.

Das tun die aber gerade nicht“,antwortet Monika. „Es muss eine Anzeige vorliegen.“

„Hans muss die machen. Er war den ganzen Tag mit Peter zusammen.“

Monika hat das übernommen. Sie hat Toni als Zeuge angegeben. Toni wollte das so.

Es dauert nicht lange und das Labor meldet sich.

„Wir kommen heute zu ihnen“, sagt die Sekretärin zu Agate. „Carabinieri begleiten uns.“

Für gewöhnlich kommen die ohne Voranmeldung“, sagt Agate zu Toni. Sie lächelt ihn dabei einladend an und schlägt die Beine übereinander. Monika muss lachen.

Welchen Besuch meinst du?“

Agate wird leicht rot.

„Die Angehörigen unserer Bewohner“, sagt sie etwas flüchtend vor strengeren Fragen. Toni lacht trocken. Etwas aufgesetzt. Monika schaut ihm tief von der Seite ins Gesicht. Sie nickt bestätigend vor sich hin. Toni schaut nicht zu Monika. Er blickt auf die Beine von Agate. Vielleicht auch etwas tiefer. Trotzdem scheint er Monikas Blick zu spüren.

Was haben die Kontrollen denn so für Ergebnisse gebracht?“, fragt Monika zweideutig.

Agate muss sich etwas konzentrieren. Sie schien etwas abwesend.

Die letzte Kontrolle hat Hamid etwas in Hektik versetzt. Wegen der Aufschnittmaschine. Ansonsten gab es eher Mahnungen, die in kurzer Zeit klar gestellt werden konnten.“

Und die Arbeitsschutzkontrollen?“, fragt Monika.

„Da bestehen leichte bis schwere Mängel. Die Kontrollen kommen zu selten.“

Die Kontrolle

Am kommenden Tag trifft die Kontrolle ein. Monika und Toni sind über Nacht geblieben. Rosi ist schon im Gloria – Heim. Doria sagt ihr Bescheid.

„Am besten, du bleibst noch Etwas bei uns. Die Fragen…ich weiß nicht, ob du die jetzt ertragen kannst.“

„Ich gehe zu Mama. Die braucht jetzt Hilfe.“

„Grüße sie von mir.“

Tatsächlich sind die Kontrolleure zuerst bei Mama.

„Ihr Mann ist an einer Vergiftung gestorben. Wir schätzen, er hat die falschen Medikamente bekommen. Die haben genau das Gegenteil von dem bewirkt, was er benötigte.“

Mama Doria hat schwer zu tun, die Mitteilung zu verkraften. Sie weint. Rosi kommt gerade passend, sie zu trösten.

„Das war sicher ein Unfall. Im Moment ist reichlich Arbeit hier.“

Das glaub ich weniger“, sagt Doria leise.

Doria gibt Rosi schwer zu Denken.

„Das war nicht das erste Mal. Peter hat das aber bemerkt. An der kleinen Dose und den Farben der Tabletten.“

Ihr Mann ist vor Schwäche im Bad ausgerutscht. Wir schätzen, die Pflegerinnen konnten ihn weder halten noch helfen.“

korr


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