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Die Hubertusalm-Hotelangebot-Leseprobe

Die Zwei geben Alex mit den Augen ein Grußzeichen. Alex ist stolz auf seine Technik.

„Im Nebenraum haben wir ein Schneidezimmer für dich“, sagt Slavo.

Alex glaubt, er sei im Himmel.

„Ihr habt ja Alles schon fertig.“

„Du musst das trotzdem noch testen.“

„Das mach ich natürlich gern.“

Selma kommt gerade nach.

„Oh. Da würde ich schon auch gern mitspielen.“

Alex glaubt, er habe sich verhört.

„Wir waren doch gestern erst zusammen.“

„Ja. Und ich habe wieder Appetit bekommen.“

„Euer Zimmer ist schon fertig“, sagt Slavo. Er hat Alex und Selma ein sehr schönes Zimmer mit einem großen Schreibtisch richten lassen.

„Das ist mein neues Schnittstudio. Das Nebenzimmer vom Filmstudio können wir dem Filmstudio zuschlagen.

Beim Blick in den Computer stellt Alex fest, er hat schon recht viel Arbeit. Um die zweihundert Filme liegen bereit.

„Da habe ich viel Handarbeit“, sagt Selma lachend.

„Gibt es bei uns eine Bademöglichkeit?“, fragt Alex.

„Im Freien“, antwortet Slavo. „Wir haben einen Badesee.“

Tatsächlich ist am Rand des Grundstückes ein Gebirgssee. Im Sommer senkt sich etwas der Wasserspiegel. Der See wird vom Regen und vom Tauwasser genährt. Drei Rinnsale füllen den See. Slavo hat dort einen kleinen Steg errichtet.

Zur Zeit müssen die neuen Bewohner noch etwas zusammen rücken. In einigen Zimmern und Containern sind sie zu viert. Goran bringt wöchentlich neue Container. Auch Einzelteile, die sie als Anbauten nutzen. Langsam entwickelt sich die Alm zu einem kleinen Dorf. Almen sind dafür natürlich nicht ausgelegt.

Der Bürgermeister hat Slavo angesprochen. Bei dem Gespräch hat der Bürgermeister, Slavo ein kleines, brach liegendes Hotel angeboten.

„Die Besitzer sind nach Österreich ausgewandert. Sie können von dem Betrieb nicht mehr leben. Unsere Leute fahren jetzt ins Ausland.“

Slavo findet das Angebot günstig. Er hat mit Clara darüber gesprochen. Clara zeigt Interesse.

Nicht nur Clara. Auch Hannes aus Brixen und Maria vom Reschensee. Alle wollen einsteigen und helfen.

Slavo ist begeistert von dem Interesse. Ihre Genossenschaft muss sich noch einmal beraten. Wie sollen zukünftig die Erlöse geteilt werden?

Die Konferenz wollen Alle bei Maria am Reschen abhalten. Langsam bekommt ihr Unternehmen ein Ausmaß, das sich kaum verschweigen lässt. Das scheint Slavo auch im Ort zu nutzen. Die Mitbewohner möchten gern informiert sein. Sekte oder nicht.

„Wir sind gut beraten, eine Kooperation mit der örtlichen Genossenschaft anzustreben“, meint Slavo. „Damit entwaffnen wir die Gerüchteküche.“

Die Mitglieder sind einverstanden. Trotzdem wird etwas Misstrauen geäußert. Wegen befürchteter Spionage.

Eigentlich lässt sich das schnell ausräumen. Die Bewohner des Ortes kaufen ja die Produkte der Genossenschaft. Tim und seine Kollegen haben ein glückliches Händchen beim Geschmack. Die örtliche Genossenschaft kann das nicht umsetzen. Ihr sind die Hände wegen der EU – Vorgaben gebunden. Und darin sehen deren Mitglieder einen Weg der Kooperation. Auf diese Weise, können sie die Vorschriften umgehen.

Genau diesen Gedanken stellt Slavo zur Diskussion. Das Vertrauen wächst.

„Wir hätten damit die Möglichkeit, fehlende Rohstoffe bei unseren Partnern einzukaufen.“

Gelika sagt, „die örtlichen Bewohner könnten uns auch im Hotel und auf dem Markt unterstützen. Für uns wird das langsam zu gewaltig.“

Die Befürchtungen Gelikas sind nicht fehl am Platz. Das fachliche Wissen ist bei keinem der Mitglieder ausreichend. Die Kollegen verfügen zwar über Kenntnisse der Verarbeitung. Aber die Kenntnisse bei der Pflege der Tiere und Pflanzen sind eher mangelhaft. In der Gastronomie hingegen, sind eher die Bauern des Ortes benachteiligt. Alle würden sich hervorragend ergänzen.

Die Umsetzung ihres Projektes kam etwas unüberlegt und zu hastig. Slavo wäre mit der Schulung und Anleitung der Mitglieder überlastet. Zumal er selbst produzieren muss. Für Schulungen am Abend, nach der Arbeit, wäre kaum genug Energie vorhanden. Bisweilen spürt das Gelika. Slavo fällt ins Bett wie Alois bei Gita.

Goran bringt Alois mit.

„Euer Fachmann ist angekommen“, ruft er laut. Slavo empfängt Alois wie einen König.

Alois schaut über die Alm.

„Hier bleibe ich“, stöhnt er.

Die Frauen betrachten Alois wie ein Geschenk. Jetzt, wo Gita nicht da ist. Er wird zur begehrten Köstlichkeit.

„Willst du auch Filmchen mit uns drehen?“

„Erst mal nicht. Ich warte auf Gita. Vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit.“

„Gita übt derweil noch zu Hause bei Clara und Hubertus.“

Das scheint zu wirken. Alois denkt sich trotzdem seinen Teil.

„Die haben mich gestern eingeritten. Heute bin ich zu schlapp. Nach der Fahrt.“

„Wir bauen dich schon wieder auf. Das macht Livia zu gern.“

„Eigentlich brauche ich meine Kraft für unser Essen. Danach können wir über das Vergnügen reden.“

Die Frauen sehen das ein. Erwartungsvoll.

„Führst du uns morgen über die Alm?“

„Ihr müsst mir die Ställe und die Tiere auf der Weide zeigen.“

„Zu gern.“

Alois bekommt einen Container. Er staunt, wie schön der geworden ist.

„Ich hätte nie gedacht, in einer Containerhütte leben zu dürfen.“

„Das ist dein neues Zuhause.“

Alois erinnert sich an seine Berghütte am Teich.

Die war nicht halb so komfortabel.

Dennoch sieht er ein Problem auf die Genossenschaft zukommen. Ein Wasserproblem. Weniger das Wasser. Eher das Abwasser. Er redet mit Slavo darüber.


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