Georg hat sich für seinen Transporter eine Dusche gebaut. Schon zu Zeiten, als er als Handwerker schaffte. Nicht jeder Kunde ließ ihn trotz seiner Reparaturen und Installationen nach der Arbeit duschen. Schon gar nicht nackt. Ein paar Angebote gab es schon. Manche Angebote hat Georg auch gekostet. Vor allem, wenn Marina länger weg war. Marina selbst, ist sicher auch keine Kostverächterin. Bei dem entzückenden Aussehen. Marina zieht heute noch die Blicke an. Das weiß sie.
„In der Not, könnte ich uns schon ein paar Einnahmen verschaffen“, hat sie Georg zugesichert.
Marina scheint noch über gute Beziehungen zu verfügen.
„Aber nur in der absoluten Not. So schlecht geht es uns aber nicht im Moment“, tröstet sie Georg.
Er weiß, Marina würde Alles einsetzen für ihre Familie.
Konrad kommt noch in dieser Nacht an.
„Ich bin einfach abgehauen. Das Drumherum war mir mehr als peinlich. Unser Material haben die eh gestohlen.“
„Aber einen erheblichen Teil davon, habe ich bezahlt. Ich habe ein Darlehen aufgenommen“, sagt Georg.
„Keine Angst. Ich habe noch ein paar Rücklagen.“
„Das müssen wir begießen. Ich habe uns Meeraner Edelkirsch mitgebracht. Wie ich sehe, funktioniert deine Dusche bestens.“
Konrad schaut in Richtung Marina. Sie wirkt wie ein Engel bei dem spärlichen Licht.
„Für Geld, gibts einen Scheinwerfer“, lacht Georg.
„Keine Angst. Wir haben genug.“
Georg wird zunehmend optimistischer.
Mit der Überbrückung auf dem Campingplatz, kommt Konrad die erlösende Idee.
„Wir fragen einfach bei den anderen Campingplätzen nach. Als Referenz nutzen wir Julius.“
Julius ist gern bereit, die Referenz zu stellen.
„Dafür würden wir gern einen Hauptstützpunkt bei dir einrichten.“
„Das klingt ziemlich gut. Das muss aber maximal eine Hütte sein, kein Bauwerk.“
„Du meinst, eine Hütte bekämen wir durch?“
„Ich bekomme die schon durch.“
„Achso. Du baust und wir mieten bei dir?“
„Ihr kauft das Ding und zahlt bei mir nur Standmiete. Das hilft sparen.“
Damit hätte Konrad und auch Georg nicht gerechnet.
„Ihr könnt mir vielleicht einen günstigen Wartungsvertrag anbieten. Den kann ich absetzen und ihr habt zumindest Steuern zu zahlen.“
„Das klingt gut“, sagt Konrad.
Er glaubt, mit der Zahlung von Steuern ist er möglicherweise gern gesehen. Er bekommt eine Steuernummer und ist damit eine Rechtsperson in Österreich. Die Umsiedlung wäre damit gelungen.
„Unsere Leute hier machen das ziemlich unbürokratisch und zügig. Anders als in Deutschland“, sagt Julius. „Wir helfen etwas bei den Amtsgängen.“
Damit scheint Alles klar zu sein und zu funktionieren. Nur der Name muss jetzt für die Firma gefunden werden. Und die Rechtsform.
„Gründet eine Genossenschaft wie wir eine sind“, sagt Julius.
„Alle?“
„Das ist besser. Ich helfe euch beim Genossenschaftsverband. Da gibt es auch Beratung für den Businessplan.“
„Der Businessplan ist wohl bei einem Handwerker unproblematisch.“
„So sehe ich das auch. Dazu hast du in dem Verband auch gleich die besten Kontakte.“

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