
Die sowjetische Administration delegierte einen Genossen der KPD in den Ort. Er sollte dort Bürgermeister werden. Dafür wurde er im sowjetischen Exil ausgebildet. Er half schon im Krieg als Agitator der Sowjets an der Front. Er sollte und wollte deutsche Soldaten zur Flucht aus der Wehrmacht überreden. Jetzt bekam er den Auftrag, Pumelitz zu einer Vorzeigegemeinde zu entwickeln. Christa kam für ihn wie gerufen. Nicht nur der Büroarbeit wegen. Christa beeindruckte ihn auch menschlich.
Detlef wurde mehrmals angesprochen und vielleicht auch etwas überredet, der Kasernierten Volkspolizei beizutreten. Das war wegen des Kriegsverlaufes ein freiwilliger Dienst zum Schutz der Bevölkerung. Die Sowjets brauchte auch dringend eine Entlastung. In der UdSSR musste nach dem Krieg sehr viel aufgeräumt und wieder aufgebaut werden. Natürlich gab es interne Prüfungen, ob die zukünftigen kasernierten Polizisten auch wirklich geeignet waren.
Detlef wurde als geeignet eingestuft.
Zum Dienst gehörten umfassende Schulungen gepaart mit etwas Russischunterricht. Detlef musste zeitweise zu Hause ersetzt werden. Es war recht oft gebunden für den Dienst. Das war auch nicht ungefährlich. Zumal im Westen mittels Radio stark gegen die Volkspolizei gehetzt wurde. Es galt, den Wald, die Felder und Gewässer zu schützen. Eine sehr wichtige Arbeit, wie Detlef bei den Schulungen erfuhr.
Am wichtigsten hingegen war der Schutz der Bürger und Produktionseinrichtungen vor Plünderern und Saboteuren. Der Westen als auch die noch aktiven, teilweise versprengten Faschisten, griffen nahezu pausenlos an. Es gab reichlich Opfer unter den Polizisten und Genossen.
Bei den Treffen der Bauern lernte Herbert die Tochter eines befreundeten Bauern näher kennen. Die Familien haben sich abgesprochen, eine Hochzeit im Rahmen der Migranten zu organisieren. Zumidest so lange, bis sie von den Einheimischen akzeptiert werden. Das würde sicher eine Generation in Anspruch nehmen. Wenn nicht zwei oder mehr. Immerhin unterschieden sich die Menschen durch die Sprache und Gewohnheiten. Auch die Feiertage unterschieden sich teilweise erheblich. Eine gesellschaftliche Trennung war erkennbar.
Zum Glück war das Land aber recht dünn besiedelt. Der Mangel an Männern wurde gerade zu dieser Zeit spürbar auf dem Land. Aus diesem Grund, hat die kommunistische Partei beschlossen, in den Ferien, Studenten und Schüler zur Erntehilfe zu entsenden.
Gleichzeitig mussten Betriebe, Arbeiter zur Erntehilfe deligieren. Die Bevölkerung nahm diese Tätigkeiten dankbar an. Die Bauern gaben immerhin recht üppig zu Essen während der Arbeit.
Zum ersten Erntedank, stellte sich bei Herbert – Hilde vor. Ein stramm gewachsenes Weib. Schön, fleißig und freundlich. Begleidet wurde Hilde von Vater – Kurt und Mama – Gisela. Herberts Eltern, Gustav und Helene, etwas angeschlagen vom Zwangsumzug, waren begeistert vom Angebot samt Aussteuer. Gustav war teilweise sehr bettlägerisch. Helene schien den Umzug besser verkraftet zu haben. Sie traute sich schon, vor dem Wohnhaus einen schönen Garten anzulegen.
Lange haben die Familien nicht überlegt. Die Hochzeit von Herbert und Hilde wurde kurzum beschlossen. Es sollte nicht die einzige bleiben in der Zeit. Im Ort läuteten fast täglich die Glocken. Männer waren Mangelware. Mitunter wurde heftig gestritten. Und auch gewaltig geworben. Mit allen Mitteln. Treue wurde etwas kleiner geschrieben. Bormann sitzt fest in den Köpfen. Jetzt in den weiblichen.
Fest verankert.
Korr1102260758

Kommentar verfassen