Nika scheint langsam auf zu tauen. Langsamer, als Toni das vorher erwartete. Sie kann erstaunlich viel vertragen. Monika bestellt die dritte Flasche Wein. Toni trinkt keinen Schluck. Monika wirkt in keinem Moment angeschlagen. Außer für Toni. Er kennt Monika zu genau. Der Alkohol zu den Drogen wirkt. Etwas müssen sie noch durchhalten.
Nach dem Eis, möchte Nika aufs Zimmer. Monika freut sich schon. Auf Toni.
„Ich erwarte Ronny“, sagt sie grob angesäuselt.
Wahrscheinlich nutzte sie Moni nur zum Vorwärmen.
Vielleicht steckt auch mehr dahinter.
Monika muss sich ausruhen. Sie schläft schon. Toni hält Wache so gut er kann. Nicht ohne Ergebnis.
Statt Ronny, kommt Markus.
Toni schaut aus dem Fenster, ob er das Auto erkennt. Tatsächlich steht ein neues Auto hier. Ziemlich groß. Mit US-Targa. Toni muss nicht lange überlegen. Das Lieferauto.
‚Wie machen die das jetzt?‘,fragt sich Toni. ‚Die müssen ja irgendwie Hin und Zurück kommen?‘
‚In den Schober von Opa Julius und seiner liebste Mia, können Die nichts mehr einstellen‘, denkt er sich.
Er versucht, Marco anzurufen. Dafür steckt er extra einen Hör- und Sprechsatz an. Er kann leise reden.
Marco meldet sich.
„Wir müssen heraus bekommen, wohin die Lieferungen gehen. Ich rufe an, wann die los fahren.“
„Ich habe die Beschattung schon organisiert“, antwortet Marco. Er verrät nicht, mit wem.
„Die Leute sind schon vor Ort bei dir.“
„Kennen die das Auto von Markus?“
„Sicher. Das ist auch schon bewanzt.“
Aus Nikas Zimmer ist lautes Stöhnen zu hören. Immer wieder. Toni hört auch gelegentlich die Türen anderer Zimmer.
‚Publikum‘, denkt sich Toni und muss lachen. ‚Beinahe wäre ich oder Monika ein Teil der Geräusche geworden. Bei dem Publikum, ziemlich blamabel.‘
Monika kommt langsam wieder zu sich. Gegen Zweiuhr.
„Pst. Markus ist bei Nika. Die fahren heute die Lieferung weg.“
„Müssen wir folgen?“
„Nein. Marco hat Verstärkung geschickt.“
„Das ist gut. Dann kann ich ausschlafen. Mit dir. Ich bin immer noch so geil.“
„Hat dich Nika wieder mit der Lotion massiert?“
„Ich glaube, das Duschbad war es. Danach hat sie die Lotion eingesetzt. Bei sich auch. Reichlich.“
Die Zwei kommen der Sache ziemlich nahe.
„Wir müssen eher etwas ruhen. Auch, wenn es dir schwer fällt“, tröstet Toni – Monika und küsst sie.
Monika befriedigt sich selbst als Toni bereits schläft.
Sie will ihn nicht wecken.
Am Morgen gehen Beide zum Frühstück. Nika fehlt. Markus auch.
Marco setzt sich zu ihnen. Maria, die Wirtin, muss lachen.
„Sie haben aber nicht bei uns genächtigt“, sagt sie zu Marco. Den kennt sie gut, wie scheint.
„Nur Frühstück?“
„Und ein Kilo San Daniele!“, antwortet Marco.
Maria lacht halblaut.
„Nika und Markus haben eine Aufnahme laufen lassen. Die sind schon gegen Eins los gefahren. Wir folgen ihnen.“
„Ich dachte, die bumsen. Bemerkt habe ich nichts.“
„Du hast am Fenster gewartet. Die sind inzwischen raus und mit einem anderen Auto gefahren. Auch mit US-Targa.“
„Nikas Auto steht wohl noch?“
„Eben nicht. Dort haben sie eine US-Targa aufgelegt.“
„Soll mir Einer erklären, wie das funktioniert.“
„Keine Angst. Wir haben immer noch die Kameras auf den Straßen.“
„Und? Bringt das Was?“
„Sicher. Erkenntnisse. Tun können wir aber so, sehr wenig.“
„Was ist jetzt heraus gekommen?“
„Die sind in Auer abgefahren.“
„Habt ihr die verfolgt?“
„Auch da gibt es reichlich Kameras. Wir müssen aber trotzdem suchen, wohin die Lieferung geht oder ging.“
„Dann können wir wohl einen Tag Urlaub ran hängen?“
„Aber auf Abruf. Gerne.“
Monika freut sich. Die überschüssige Lust und Energie, kann jetzt abgearbeitet werden.
Francesco, der Wirt und bekannter Feinschmeckerkoch, hat frischen Fisch, Meeresfrüchte und Krustentiere versprochen.
„Der Händler kommt in einer Stunde.“
„Wir verlängern einen Tag“, säuselt Monika.
Francesco reagiert ziemlich angeregt.
„Es können auch mehrere Tage sein.“
„Die Zeit haben wir in dieser Woche leider nicht“, beruhigt ihn Toni. „Wir haben nur eine Pause bekommen.“
Francesco scheint das schnell zu begreifen. Maria hat ihn sicher informiert.
Marco wird vom Einsatzwagen abgeholt. Er küsst Monika auf die Wange.
„Oh. Du bist ganz heiß. Hast du Fieber?“
Er lacht bei der Äußerung.
„Schnupfen. Moni hat Schnupfen. Paß auf, dass sie dich nicht ansteckt.“
„Oh. Von Moni würde ich mich zu gern anstecken lassen.“
„Du Ferkel!“, zischt Monika. „Das würdest du nicht überleben.“
Bis zum Mittag, wollen sich Moni und Toni noch der Liebe hingeben. Moni möchte die Restwirkung der Drogen gern nutzen. Toni scheint davon nichts ab bekommen zu haben. Monika fällt es trotzdem nicht schwer, Toni ins Bett zu bekommen.
Francesco baut eine Fischplatte auf für die Zwei, die ihres Gleichen sucht. Das Mittagsmahl nimmt glatte drei Stunden in Anspruch. Maria erzählt Monika von Nika und ihren Kontakten. Conny kennt sie auch. Er war auch schon bei ihr. Nicht nur das. Auch Beate, Eva und Livia sind ihr bekannt.
„Die haben oft auch recht wilde Partys gefeiert.“
Beim genauen Nachfragen mit der Präsentation diverser Bilder, wird der Ring und seine Vertreter langsam sichtbar. Viele sind es nicht. Die Mörder sind in diesem Personenkreis zu suchen.

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